Roger Smith im Interview mit Krimimimi

Roger Smith ist einer der angesagten Krimiautoren! Seine Thriller unter dem Pseudonym James Rayburn einzigartig geschrieben und mit voller Leidenschaft zum Verbrechen.
Nun gibt es endlich ein Interview mit ihm von der Bloggerin Krimimimi bei uns auf der Roger Smith Homepage.

 
Als Roger Smith schreiben Sie knallharte Psycho-Thriller, die in Südafrika spielen. Seit letztem Jahr haben Sie die deutschen Leser aber auch als James Rayburn kennengelernt und unter diesem Pseudonym schreiben Sie internationale Spionagethriller. Wie kam es dazu?

Ich habe schon immer Spionagethriller geliebt. Als Teenager habe ich in den 70ern mit der gleichen Leidenschaft sowohl Krimis als auch Spionagethriller gelesen. Das war damals die Hochzeit des Kalten Krieges und John le Carré, Len Deighton und Adam Hall haben ausgezeichnete Bücher geschrieben. Genauso übrigens wie Ross Thomas, der viel zu wenig beachtet wurde.
Aber Ende der 80er schien mit dem Berliner Mauerfall und dem Ende des Kalten Krieges auch die Ära interessanter Spionagethriller geendet zu sein. Aus den Subtilitäten und wechselnden Loyalitäten der besten Carré-Thriller wurden selbstverliebte Phantasien Rechtsgerichteter. Immer häufiger kamen darin mit lachhaften Helden im CIA, MI6 oder beim Mossad, die meistens Dschihadisten mit schmutzigen Waffen bekämpften. Aber in den letzten Jahren wurde Spionage im weltweiten Gefüge wieder interessanter. Und nach den schon fast klaustrophobisch angelegten Thrillern, die in Südafrika spielen, wollte ich die Freiheit haben, meine Schauplätze irgendwo in der großen, weiten Welt anzusiedeln. Ich möchte meine Leser ja aber nicht verwirren und daher habe ich für die Veröffentlichung meiner Spionagethriller das Pseudonym James Rayburn gewählt.

Hat in diese Entscheidung auch mit reingespielt, dass Sie inzwischen nicht mehr in Kapstadt leben?

Ja, ganz sicher. Für eine lange Zeit genoss Südafrika weltweit eine Aufmerksamkeit, die über seine tatsächliche Größe und Bedeutung weit hinausging. Das lag an der Apartheit mit all ihren Folgen und natürlich an dem Phänomen Nelson Mandela, aber das hat sich in den letzten ca. zehn Jahren geändert. Die Welt beschäftigt sich inzwischen ganz klar mit anderen Themen.
Da ich allerdings während der Apartheit in Südafrika aufgewachsen bin und ihr turbulentes Ende direkt miterlebt habe, war es für mich ganz natürlich, mich auch literarisch mit den speziellen Problemen Südafrikas auseinanderzusetzen. Als ich von dort wegzog, hat es sich mein Blick auf Südafrika geändert und ich sehe das Land nun anders, vor allem in Bezug auf den Rest der Welt. Und gerade dieser Rest der Welt mit all ihren Problemen faszinieren mich als Schriftsteller.

Was macht aus Ihrer Sicht einen Thriller aus der Feder von Roger Smith aus, und was in Abgrenzung dazu einer, den James Rayburn schreibt?

Die Romane, die ich als Roger Smith veröffentliche, sind sehr intensiv und gewalttätig. Sie benutzen dysfunktionale Familien als Prisma, um die die Dysfunktion der südafrikanischen Gesellschaft nach Ende der Apartheit zu beleuchten.
Die Geschichten, die unter dem Namen James Rayburn erscheinen, haben immer einen globalen politischen Hintergrund. In ihnen werden die Moralvorstellungen und der Patriotismus Einzelner in Frage gestellt.

Was genießen die Autoren Roger Smith und James Rayburn beim Schreiben am meisten?

Roger Smith liebt die Möglichkeit, ein Skalpell an die sehr komplexe Gesellschaft anzusetzen, die mein Bewusstsein geformt hat.
James Rayburn dagegen vergisst, dass er Südafrikaner ist und schreibt über die Welt und ihre heutigen Probleme.

Werden Sie weiterhin Romane unter beiden Autorennamen schreiben?

Wahrscheinlich ja. Aber momentan flüstert James Rayburn mir mehr neue Ideen für Geschichten ins Ohr als Roger Smith.

Vielen Dank an die liebe Krimimimi und natürlich an den Autor Roger Smith für das tolle Interview!